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Zur aktuellen Situation

In meiner über vierzigjährigen Arbeit mit Hunden hat sich eines immer wieder bestätigt:

Probleme entstehen nur selten durch den Hund selbst. Sie entstehen dort, wo Lebensweise, Erwartungen und Realität des Menschen nicht mehr zusammenpassen.

Hunde sind klare, anpassungsfähige Lebewesen. Sie orientieren sich an Struktur, Bewegung, Verlässlichkeit und natürlicher Führung. Schwierigkeiten entwickeln sich häufig dann, wenn diese Grundlagen fehlen – etwa durch Zeitmangel, Bewegungsarmut, permanente Reizüberflutung oder eine zunehmende Vermenschlichung des Hundes.

In den vergangenen Jahren habe ich zunehmend erlebt, dass Hundeprobleme über Methoden, Anleitungen und äußere Einflüsse gelöst werden sollen, ohne dass eine ernsthafte Bereitschaft besteht, das eigene Verhalten, die eigenen Prioritäten oder die eigene Lebensweise zu hinterfragen. Informationen werden gesammelt, ausprobiert und wieder verworfen – während der Hund zum Träger dieser Unsicherheit wird.

Die eigentliche Herausforderung moderner Hundeausbildung liegt daher weniger im Training des Hundes als in der Bereitschaft des Menschen, Verantwortung zu übernehmen und Veränderung zuzulassen. Diese Bereitschaft ist für eine seriöse Zusammenarbeit unerlässlich – und zunehmend seltener gegeben.

Da mich diese Entwicklung nicht nur fachlich, sondern auch emotional betrifft und mir das Wohl der Hunde an erster Stelle steht, nehme ich derzeit keine regulären Trainingsanfragen mehr an.

In besonderen Ausnahmefällen – etwa wenn andernfalls die Abgabe eines Hundes, ein Tierheimaufenthalt oder andere drastische Maßnahmen im Raum stehen – bin ich nach vorheriger telefonischer Absprache bereit, unterstützend tätig zu werden.

Der Hund ist ein hochsensibles Tier. Es gilt wissenschaftlich als erwiesen, dass derjenige Teil des Gehirns der für Emotionen sprich Gefühle zuständig ist beim Hund wesentlich besser entwickelt ist als beim Menschen. Der Hund ist somit emotional überlegen. Hunde führen zu können bedeutet, in der Lage zu sein Emotionen richtig einzusetzen und vor allem zu kontrollieren. So haben Autoritätspersonen kaum Probleme mit dem Gehorsam des Hundes, oft viel eher mit der Sensibilität und dem Einfühlungsvermögen.

– Oliver Baier

 

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