Mondioring

Aufgrund der vielen Anfragen stelle ich gerne diesen Text von Rene Sagarra zu Verfügung. Sollten Sie anfragen bezüglich eines Seminares haben können Sie mich gerne kontaktieren.

Mondioring einer der wichtigsten Regeln. Bitte lesen

Tiermissverständliche Brutalmethoden und Gewalt-Hilfsmittel wie etwa Würgestellung einer Halskette, Stachelband, Luftdruck-, Stromstoss-Geräte oder chemische Sprays sind im Mondioring strikt untersagt, unter anderem, weil sie täuschende und falsch konditionierende Schmerzauslöser sind. Die Tests müssen mit hundeverständlichen Mitteln absolviert werden. Die erforderlichen Hörzeichen erfolgen nicht militärisch brüllend, sondern für den Hund hörbar. Alle Kandidaten, Menschen wie Hunde, müssen psychisch wie physisch gesund sein. Betäubungsmittel jeder Art führen zum Ausschluss.

Infos über Mondioring. Text Rene SagarraMondioring ist eine Schutzhundesportart. Aus den bekanntesten Schutzhundesportarten von Europa: Deutscher Schutzhund, Schweizer Schutzhund, IPO, Französischer Ring, Campagne, Belgischer Ring und KNPV (Holländischer Ring) wurde das Mondioring-Programm entwickelt. Dies mit dem Ziel, es als eine Art „internationale Ring-Weltschutzhundsportart“ (Welt = Mondio) von der FCI und allen nationalen Verbänden anerkennen zu lassen.

Wichtig dabei, dass die nationalen und internationalen „Hunde- und Tier-Organisationen“ diese Sportart in ihrem Land praktizieren lassen können, ohne dass Hundesportler bei der Ausübung von Mondioring, wegen gesetzlichen oder ethischen Problemen, ein Verbot ausgesprochen bekommen.

Einige der obengenannten nationalen Schutzhunde- / Ring-Sportarten werden aus Tierschutzgründen (extreme Sprünge oder Stockschläge auf den Hund) nie von der FCI oder nationalen Hundeverbänden anerkannt werden! Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Mondioring und dem deutschsprachigen Schutzhundesport ist der Ort, wo der Hund „zubeissen“ darf. Im Schutzhundesport ist es eine „präsentierte Armmanschette“. Im Ringsport ist der ganze Anzug des Schutzdiensthelfers als „Festhaltefläche“ zugelassen.

Ziel von Mondioring

ist es, insbesondere die genetischen Eigenschaften des Hundes auf faire, sportliche Art unter Beweis zu stellen. Ein weiteres Beispiel, was Mondioring ist, findet man beim Vorwort bei der internationalen Mondioring-Prüfungsordnung: Trotz eventueller aussergewöhnlicher Umstände oder einer unzureichenden Beschreibung der PO, sollten die Richter niemals den Gedanken vergessen, der die Initianten zu diesem Programm motiviert hat. Es muss genau angewendet und in seiner Gesamtheit respektiert werden. Vor allem aber müssen missbräuchliche Auslegungen und Vorurteile vermieden werden.

Das Ziel des Reglements ist, folgendes hervorzuheben: die Eignung des Hundes, die Qualität dessen Ausbildung, das Können des HF, und vor allem die Veranlagungen des Hundes.

Das Programm besteht aus drei Disziplinen, mit der obligatorischen Reihenfolge: Unterordnung, Sprünge, Schutzdienst. Die Reihenfolge der einzelnen Übungen innerhalb der Disziplinen wird durch die Konkurrenten vor Beginn eines jeden Wettkampfes ausgelost und ist für alle die gleiche.

Wichtig ist auch, was über den Schutzdiensthelfer, Figuranten oder – neu – auch Schutzdienstassistent genannt, geschrieben steht: Erwähnt sei, dass man früher den Schutzdiensthelfer, den „homme d’attaque“, auch mit „Apache“, „Malfaiteur“ (Übeltäter), „Mannequin“ (Gliederpuppe), „Paillasse“ (Strohsack) und in Amerika mit „Decoy“ (Köder) oder „Helper“ (Helfer) bezeichnete. Jede dieser Bezeichnungen birgt in sich eine eigene Ausbildungsphilosophie und es wäre interessant weitere, verschiedene Ausdrücke wie sie in Deutschland, Spanien, Holland, Italien oder der Schweiz verwendet werden, aufzuführen. Das Wort „Homme d’attaque“ wurde abgeleitet und ist eine relativ neue Bezeichnung. Verglichen mit den Jagd-, Schutz- oder Gebrauchshunden, greift der Helfer eigentlich nicht an, da er sich vielmehr verteidigen oder flüchten oder den dem Hund anvertrauten Gegenstand stehlen muss.

Trotzdem der Helfer, wie im vorgegangenen Kapitel beschrieben, der Partner des Hundes und des HFs ist, so muss er doch auch für beide ein Gegner sein, da er in erster Linie mit dem Richter arbeitet, um ihm bei der Klassierung der Hunde zu unterstützen. Verhält er sich passiv, so ist er lediglich ein sich bewegender Hampelmann, gut genug, sich beissen zu lassen. Soll er jedoch dem Richter helfen, die Qualitäten eines Hundes zu bewerten, so muss er auch als Gegner des Tieres fungieren. Da er aber durch seinen Anzug geschützt ist, könnte er diese Opposition übertreiben. Er könnte sich auch (absichtlich oder nicht) bei jedem Hund anders verhalten. Er hat eine schwierige Aufgabe, die er jedoch immer in sportlicher und fairer Weise lösen muss. International wird der Schutzdiensthelfer auch „Assistent“ genannt.

Ohne auf die technischen Details der Arbeiten des Helfers einzugehen, hier drei goldene Regeln, die man nicht vergessen sollte: Der Schutzdiensthelfer oder Assistent ist absolut unparteiisch Er darf niemals und in keiner Weise dem Hund körperlichen Schmerz zufügen. Er darf den Hund nie schlagen (wie zum Beispiel beim Inter (IPO). Er soll sich so verhalten, als sei er nicht durch einen Anzug geschützt und sich mit Schnelligkeit, List, Bedrohung und Ausweichen verteidigen oder den Hund beeindrucken.

Keine Stockschläge im Mondioring

 

Mondioring Hundesport mit HandlungsfreicheitAlso nochmals: niemals Stockschläge oder irgendetwas machen, was dem Hund Schmerz zufügen könnte. Ein wichtiger Unterschied zu den meisten Hundesportarten muss genannt werden: Jedes Training und jede Prüfung ist immer etwas neues für Hund und Hundeführer/in. Die Mondioring-Grundlage der Prüfungen ist festgelegt. Je nach Stufe.

In der Stufe drei sieben Unterordnungsteile / drei Sprünge (Höhe wählbar) / sieben Schutzdienstteile:

1. Unterordnung Freifolge eine Minute Abwesenheit des Hundeführers/in mit Ablenkung Futterverweigerung Apportieren eines Gegenstandes vom Richter gewählt Voraussenden Positionen (Sitz, Platz, Steh, Anfangsposition ausgelost) Apportieren eines kleines Holzes (Geruchs-Identifikation)

2. Sprünge Palisade / Steilwand (max. 2.30 m) Hochsprung / Hürde (max. 1.20 m) Weitsprung (max. 4.0 m )

3. Schutzdienst Angriff von vorne mit Stock (plus Hindernis im Ring 2 und 3) Angriff in der Flucht gebissen (mit Revolver) Angriff von vorne mit Gegenständen Angriff in der Flucht abgebrochen Revieren nach dem Figuranten und Transport Führerverteidigung Bewachen eines vom Richter gewählten Gegenstandes.

Nicht nur die Reihenfolge der Übungen in den einzelnen Sparten Unterordnung, Sprünge und Schutzdienst wird ausgelost, nein, auch der Ablauf oder die Gegenstände, Ort, Umgebung, Geräusche, Ablenkung alles ist immer wieder neu. Das erfordert an die geistige Flexibilität und das Können des Ausbilders, Trainer und Hundeführer enorme Anforderungen.

Mondioring Hundesport mit Handlungsfreiheit

Weil im Mondioring dem Hund in seiner Handlung mehr Freiheit als in allen anderen Schutzhundesportarten zugestanden werden muss, kann man keine Zwangsausbildung verwenden. Diese führt nie zum Ziel. Nur das Motivationstraining und freudige freie Mitarbeiten des Hundes bringt wenig „Nuller“ an Prüfungen. Noch ein Unterschied zu anderen Schutzhundesportarten. Jeder auch der Beste hat immer wieder „Nuller“ an Prüfungen. Das ist normal im Mondioring!

Mondioring Hund überspringt Hürde mit 2,65 Meter höheObwohl Mondioring die einzige Ringsportart ist, die von der F.C.I. anerkannt ist, hat der VDH bis zum heutigen Tage seinen Mitgliedsvereinen keine Erlaubnis erteilt, diese Sportart auf seinen Plätzen zu betreiben. In allen anderen europäischen Ländern, USA wie Kanada wird Mondioring als Sportart betrieben.

Ein im Mondioring ausgebildeter Hund muss ein ausgeglichener, nervenstarker, belastbarer, führ- und kontrollierbarer Hund sein. Sicher ist es richtig, dass nicht jeder Hund Mondioring kann machen, es ist aber auch nicht jeder Hund für den Schutzhundesport geeignet.

Unkontrolliert beissende Tiere mit niedriger Reizschwelle werden nicht für Mondioring aufgenommen, wenn sie nicht kontrollierbar werden – ohne Schmerzmittel.

Mondioring heisst daher auch: keine Stockschläge, keine Schmerzzufügung, keine Wehrtriebförderung, alles Kriterien, die auch in der Öffentlichkeit sehr gut vertretbar wären. Wir benötigen und benützen auch kein Teletakt, sei es im Sport oder im Dienst.